Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

     Sozialverhalten/ Wertvorstellung

Im alltäglichen Umgang und in Auseinandersetzung mit anderen Kindern und Erwachsenen machen Kleinstkinder erste soziale Erfahrungen und lernen die Regeln des sozialen Miteinanders. So lernen sie sich zu behaupten, etwas auszuhandeln, zu streiten, sich zu versöhnen, nachzugeben, zu teilen, sich zu akzeptieren und zu respektieren.

Wir orientieren uns bei allem was wir tun am christlichen Menschenbild, das von Werten wie Menschlichkeit, Nächstenliebe, Ermutigung, Ehrlichkeit und Wertschätzung geprägt ist. Wir sind offen und interessiert am Austausch mit Menschen anderer kultureller Herkunft und anderen Glaubensrichtungen. Aus diesem Verständnis heraus ergibt es sich, dass wir eine Tagespflegestelle sind, die alle Kinder, unabhängig von Alter und Entwicklungsstand, respektiert und sie nach Kräften fördern möchte. Die Kinder werden zu einer Offenheit und Neugier gegenüber anderen Religionen und sozialer, kultureller Herkunft ermutigt.

 

    Bewegung/Psychomotorik

Alles was wir Menschen können ist in Bewegung oder in einem Bewegungsprozess. Die Auseinandersetzung mit der Umwelt wird uns über die Motorik ermöglicht. Somit verbessert jedes Kind ab Geburt täglich fortlaufend seine motorischen Fähig- und Fertigkeiten um unabhängig zu werden und sich an alle sozialen Gegebenheiten anzupassen. Das Ergebnis aus dieser fortlaufenden Weiterentwicklung ist Selbständigkeit:

Sich selber fortbewegen, sich selber seine Grundbedürfnisse erfüllen können, sich kommunizierend mitteilen zu können.

Bewegung ist der Grundbaustein zur Entwicklung aller menschlichen Fähig- und Fertigkeiten. Aus diesem Grund können sich die Kinder im NIMMERLAND immer „bewegen“.

Die „Psychomotorik“ bezeichnet ein pädagogisch-therapeutisches Konzept und wird vor allem in der Entwicklungsförderung von Kindern, z.B. in Frühförderstellen, aber auch in Krabbelgruppen und Kindertageseinrichtungen eingesetzt. Sie geht davon aus, dass keine körperliche Bewegung ohne eine Beteiligung der Psyche und der Emotionen stattfindet und genauso lässt sich die Psyche und die Emotionen durch Bewegung beeinflussen.

Die Bewegung ist für Kleinstkinder ein Ausdruck ihrer Lebenslust, Ihrer Freude am Dasein und ein Zeichen ihrer Lebendigkeit.

In Bewegung sammeln sie Erfahrungen über sich selbst und das soziale Miteinander, die dingliche und räumliche Umwelt.

Durch und in Bewegung lernt das Kind seinen eigenen Körper und seine Fähigkeiten kennen.

Durch Bewegung drücken Kinder Gefühle und Empfindungen aus, so stampfen sie ärgerlich mit den Füßen auf den Boden, „wirbeln vor Freude“ im Raum herum, lassen sich „traurig hängen“ oder „zittern vor Angst“.

In Bewegung mit anderen Kindern vergleichen sich Kinder untereinander und lernen, dass jedes Kind unterschiedliche Fähigkeiten hat. All dies kann nur gelingen, wenn Kinder täglich Gelegenheit zu Bewegung bekommen.

Ziel der Psychomotorik ist es die Eigenaktivität eines Kindes zu fördern, es zu selbständigem Handeln anzuregen und durch Erfahrungen in der Gruppe seine Fähigkeiten in den Bereichen Kommunikation und Handlungskompetenzen zu erweitern.

Ein wesentliches Prinzip der Psychomotorik ist die Freiwilligkeit, dies bedeutet, dass jedes Kind ein Recht auf Selbstbestimmung hat und selbst entscheidet, ob es ein Angebot in Form von Spielen wahrnehmen möchte oder ob es lieber den anderen Kindern dabei zuschaut.

Ein weiteres wichtiges Prinzip ist es, das in der Psychomotorik von den Stärken eines jeden Kindes ausgegangen wird. Dies bedeutet, dass den Kindern keine (Bewegungs-)Angebote gemacht werden, die speziell dafür ausgelegt sind eine bestimmte, noch nicht vorhandene Fähigkeit des Kindes „zu üben“, sondern geschaut wird was ein Kind für Stärken und Bedürfnisse hat.

Im Nimmerland werden keine speziellen „Übungsstunden“ mit den Kindern veranstaltet. Kinder entwickeln sich altersentsprechend, wenn sie jeden Tag die Möglichkeit für ausreichende Bewegung haben und Materialien zur Verfügung gestellt bekommen, die sie erkunden können, also Sinneserfahrungen machen können. Dies geschieht bei uns im Alltag in der Wohnung, beim Ausräumen von Körben und Schubladen und beim Spiel mit dem Gefundenen, in rhythmischen Spielen zu Liedern oder speziellen Angeboten wie Kletter- und Krabbellandschaften oder draußen auf dem Spielplatz und in der Natur.

 

     Sprachentwicklung

Jeder Mensch ist vom 1. Lebenstag auf mitmenschlichen Kontakt angewiesen um nicht sozial zu verkümmern. Um sichere Bindungen von Zwischenmenschlichen Beziehungen herzustellen bedarf es anhaltender Kommunikation.

Über Selbstentdeckung und entwickeln sozialer Kompetenzen hinaus führt Sprach- und Kommunikationskompetenz uns Menschen zum Weltverständnis. Diese Prozesse sind bei unter 3-jährigen von grundlegender Bedeutung. Kinder wollen die Welt mitgestalten, Eindrücke hinterlassen und in der Welt wichtig sein, sie wollen die Welt erobern.

Der Spracherwerb ist ein Produkt des Ineinandergreifens genetischer Anlagen, der Nachahmung von Sprachvorbildern und der sozialen Interaktion des Kindes mit seiner Umwelt. Sprache ist immer und überall, der Alltag ist voller Sprachanlässe, die genutzt werden um eine ganzheitliche Sprachförderung umzusetzen.

Es geht hierbei um das Unterstützen des Kindes im Spracherwerb. Aufmerksam nehmen wir die sprachlichen und nicht sprachlichen Signale des Kindes wahr und begegnen ihnen mit Respekt und Wertschätzung und sind jederzeit offen für einen Austausch im Dialog.

Wichtig ist uns hierbei, dass das Kind in unserer Tagespflege sicher gebunden ist und uns Vertrauen entgegen bringt, denn dann ist das Kind bereit, sich auf Kommunikation einzulassen.

Wir begleiten unseren Alltag sprachlich zu jeder Gelegenheit und nutzen jeden Moment und vor allem wiederkehrende Anlässe, um diese emotional und vor allem sprachlich zu untermalen.

Es geht bei der Unterstützung des Spracherwerbs nicht darum, das Kind zu verbessern oder Wörter zu trainieren, sondern um eine positive Entwicklung in einer Möglichkeit sich auszudrücken. Mit Sprache verständigen wir uns und vermitteln unsere Bedürfnisse.

Wir singen vor jeder Mahlzeit ein gemeinsames Lied und wünschen uns einen guten Appetit. Im Morgenkreis begrüßen wir uns singend mit unseren Namen und dann folgen Fingerspiele und/oder Liedwünsche der Kinder. Wir begleiten die gesungenen Lieder auch ab und zu mit Instrumenten. Dies schult die Rhythmik und die Melodie, die beim Sprechen ebenfalls eine große Rolle spielen.

Wir sehen uns gemeinsam Bücher zu bestimmten Themen an, vertiefen unsere Ausflüge in die Natur sprachlich und auch beim Spielen reden wir miteinander.

Auch die pflegerischen Momente, wie das Wickeln und Hände waschen werden sprachlich begleitet. Dies sind Momente der Zweisamkeit, in denen intensiv, zurückgezogen von der Gruppe, besprochen wird was passiert. Dem Kind wird mit liebevoller Zuwendung jeder Schritt der Pflege erklärt und ab und zu bietet sich die Gelegenheit für einen kleinen Vers.

Diese genannten Situationen sind alle von Wiederholungen geprägt, denn durch all die Wiederholungen kann das Kind die Wörter verankern und in seinen aktiven Wortschatz mit einbeziehen.

Sprache ist und bleibt eine grundlegende Fähigkeit um sein Leben zu bewältigen. Dies unterstützen wir täglich ganzheitlich.

 

     Spielen und Gestalten

Ein Kind kann seine eigene Persönlichkeit nur aus Aktivitäten heraus entwickeln. Dies bedeutet, dass es nur zu Fortschritten in der Entwicklung kommen kann, wenn Spielanreize und Spielmaterial seinem Entwicklungsstand und seiner Motivation entsprechen. Das Spiel von Kindern hat für sie immer einen Sinn und unterstützt ihren Drang nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit.

Aus diesem Grund ist es uns wichtig, den Kindern altersgemäße Spielimpulse zu geben, die sie selbständig fortsetzen und weiterentwickeln können. Die Kinder werden im Spiel nicht korrigiert, sondern sollen sich frei entfalten. Sie lernen dabei auch noch einen weiteren wichtigen Aspekt des Sozialverhaltens, sie lernen den eigenständigen Umgang mit Konflikten und deren Lösung. Durch das Spielen lernen Kinder sich selbst, die Welt und ihre Mitmenschen kennen.

Die Kinder bekommen bei uns die Möglichkeit mit unterschiedlichsten Materialien Erfahrungen zu sammeln. So matschen und malen wir mit Rasierschaum, Fingerfarben, Kleister oder Wachsmalstiften und fertigen auch teilweise Bilder. Vorrangig geht es hierbei um das sammeln von Material- und Körpererfahrungen und nicht darum, dass am Ende ein Produkt herauskommt. Das freie Erforschen von Materialien, Anregen aller Sinne, die Förderung der Feinmotorik und Fantasie werden von den Kindern eigenverantwortlich und im individuellen Tempo umgesetzt. Die Bastelaktionen orientieren sich sowohl an den Jahreszeiten und Festen im Jahr, wie z.B. Laternen basteln zu St. Martin, weihnachtliche Windlichter oder gemeinsam Plätzchen backen und verzieren, als auch an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder.

 

     Natur und kulturelle Umwelt

Die Begegnung mit der ungestalteten Natur bietet Kindern vielfältige Sinnes- und Bewegungserfahrungen. Hier können Sie ihrer Entdeckerlust und ihren Bewegungsdrang meist ungestört ausleben.

Der Außenspielbereich ist individuell und immer anders veränderbar für die Kinder, sei es durch das Bauen von z.B. Taststraßen mit verschiedenen Naturmaterialien oder durch das Sammeln, Befühlen und Ausprobieren. Hierbei spielen die Elemente „Wasser, Erde und Luft“ eine tragende Rolle. Durch das lebendige Erfahrungsfeld der Natur wird die Fantasie der Kinder jederzeit neu angeregt und gefordert/ gefördert. Experimente, schon für die „Kleinsten“ angeleitet von uns, lassen den Forscher- und Entdeckerdrang der Kinder wachsen. Sie werden staunen und ihre Neugierde immer mehr befriedigen, indem sie erfahren „warum etwas wie funktioniert“. Des Weiteren sind Kinder immer und jederzeit an allen Pflanzen und Tieren interessiert und möchten auch diese kennenlernen und erforschen.

Bei der kulturellen Umwelt geht es um das Entdecken und Kennenlernen von z.B. dem Wochenmarkt, einer Kirche, dem Straßenverkehr,  öffentliche Gebäude in unmittelbarer Umgebung, Supermärkte etc.

 

     Ernährung

Uns ist es wichtig, den Kindern abwechslungsreiche und vollwertige Kost anzubieten. Alle Milch-, Eier- und Fleischprodukte stammen aus biologischer und artgerechter Tierhaltung.

Zum Frühstück gibt es bei uns im Wechsel diverse Vollkornbrote mit Wurst-/ Käse Belag und Müsli. Einmal monatlich bieten wir den Kindern ein „süßes“ Frühstück an. Zwischenmahlzeiten sind immer frisches Obst und Gemüse. Auch unser Mittagessen bereiten wir frisch zu. Mindestens einmal pro Woche gibt es Fleisch und/ oder Fisch. Ebenso bekommen die Kinder auch mal „Pfannkuchen“ oder „Milchreis“.

Es werden keine Geschmacksverstärker und nur wenig Salz benutzt, im Gegenzug wird mit frischen Kräutern gewürzt. Alle Mahlzeiten werden gemeinschaftlich eingenommen. Dies stärkt das Gruppengefühl und vermittelt den Kindern eine familiäre Atmosphäre. Wir haben bisher die Erfahrung gemacht, dass den Kindern Wasser als Getränk ausreicht.

Süßigkeiten und Knabbereien bekommen die Kinder nur zu besonderen Anlässen, wie z.B. eine Süßspeise oder Kuchen zum Geburtstag, Karneval etc.

 

     Hygiene

Es gibt in Nimmerland einen Schlaf- und Wickelraum. Jedem Kind steht ein eigener Schlafplatz mit Decke und Kissen zur Verfügung. Ebenso bekommt jedes Tageskind eine Kiste, in der sich die persönlichen Sachen wie z.B. Wechselwäsche und Schnuller befinden. Gewickelt wird nach Bedarf, aber auf jeden Fall vor dem Schlafen. Aus hygienischen Gründen wickeln wir alle Kinder mit Einmalhandschuhen und desinfizieren nach jedem Wickeln die Wickelunterlage.

Unsere Räumlichkeiten werden einmal pro Woche von einer Reinigungskraft gesäubert.

 

 

     Umgang mit Krankheiten

Grundsätzlich gehört ein krankes Kind nicht in die Tagespflege sondern in die Obhut der Eltern.

Für alle ansteckenden Erkrankungen wie z.B. Durchfall und Erbrechen, Bindehautentzündungen, Mund- Hand- Fuß- Erkrankung, 3 Tage- Fieber und Sonstige besteht die Informationspflicht der Eltern an die Tagespflegepersonen. Vor Wiederaufnahme der Betreuung ist eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen.

Kinder mit einer Erkältung, die Fieberfrei sind (unter 38,5°C) und deren Allgemeinbefinden gut ist, werden selbstverständlich von uns betreut. Jedes Tageskind sollte ein eigenes Fieberthermometer in Nimmerland haben.